Es ist ein Dienstagabend. Ihr Partner fragt, welche Serie ihr heute Abend schauen wollt. Eine harmlose Frage. Und trotzdem – es fährt etwas in Ihnen hoch. Gereiztheit. Ungeduld. Ein kurzes Aufflackern, das Sie sofort bereuen. Sie kennen dieses Gefühl seit Monaten: Überreaktionen auf Kleinigkeiten. Tränen beim Fernsehen, ohne zu wissen warum. Ein Herz, das abends rast, obwohl Sie ruhig auf dem Sofa sitzen. Eine innere Unruhe, die einfach nicht aufhört.
Und dann dieser Gedanke, der sich immer lauter meldet: „Ich erkenne mich selbst nicht mehr."
Viele Frauen zwischen 45 und 55 kennen dieses Gefühl. Sie fühlen sich fremd in ihrer eigenen emotionalen Welt. Gereizt, wenn sie eigentlich gelassen sein wollen. Erschöpft von ihren eigenen Reaktionen. Und oft – weil niemand erklärt, was wirklich passiert – denken sie, es liege an ihnen. An zu viel Stress. An der Arbeit. An der Ehe. An einer Schwäche, die sie überwinden müssten.
Es liegt an keinem davon. Es ist Biologie.
Was im Körper wirklich passiert – die Biochemie der Perimenopause
In der Perimenopause – der Phase, die der Menopause vorausgeht und oft schon mit 47 beginnt – schwanken Östrogen und Progesteron extrem stark, bevor sie schließlich absinken. Diese Schwankungen sind nicht gleichmäßig oder vorhersehbar. Sie können von Monat zu Monat dramatisch variieren. Und sie haben direkte Konsequenzen auf das Gehirn.
Östrogen reguliert die Serotonin-Produktion. Wenn der Östrogenspiegel schwankt oder sinkt, produziert das Gehirn weniger Serotonin – den Neurotransmitter, der für emotionale Stabilität, innere Ruhe und allgemeines Wohlbefinden zuständig ist. Weniger Serotonin bedeutet: mehr innere Unruhe, mehr Reizbarkeit, mehr Stimmungsschwankungen, Angstgefühle – und als eine der Folgeerscheinungen auch gestörter Schlaf.
Gleichzeitig bricht der Progesteronspiegel ein. Progesteron aktiviert normalerweise den GABA-Rezeptor – das Beruhigungssystem des Gehirns. Weniger Progesteron bedeutet weniger GABA-Aktivität, mehr nervöse Anspannung, mehr emotionale Reaktivität. Der Körper kann nicht mehr so gut herunterfahren.
„Als Frauengesundheits-Expertin begleite ich seit über 15 Jahren Frauen durch diese Phase," erklärt Monika Schneider, 56. „Und was mich damals überrascht hat, als ich anfing genauer hinzuhören: Mehr als 80 Prozent der Frauen, die Ende 40 oder Anfang 50 zu mir kommen, klagen nicht primär über Schlafprobleme. Sie klagen über das Gefühl, emotional außer Kontrolle zu geraten. Über Erschöpfung durch die eigenen Reaktionen. Über Entfremdung von sich selbst."
„Ich habe das immer wieder gehört: 'Ich bin nicht mehr ich.' 'Mein Mann fragt, was mit mir los ist.' 'Ich schäme mich hinterher für das, was ich gesagt habe.' Das ist der eigentliche Kern der perimenopausalen Erfahrung – und er hat einen Namen: Serotonin-Dysbalance."
„Die meisten Frauen kommen zu mir nicht wegen des Schlafs. Sie kommen, weil sie sich selbst nicht mehr erkennen." Monika Schneider, Frauengesundheits-Expertin
Endlich jemand der erklärt warum ich bin wie ich bin. Ich dachte ich habe ein ernstes Problem.
Bin seit 3 Monaten dabei. Die Reizbarkeit ist wirklich besser geworden. Mein Mann hat es auch bemerkt.
Diese Serotonin-Erklärung hat mir so geholfen. Ich habe endlich eine Antwort auf das „Was ist los mit mir?"
Bestellt. Nach diesem Artikel war mir klar dass ich das ausprobieren muss.
Ich war kurz davor mit Antidepressiva anzufangen. Jetzt probiere ich das hier erst.
Der Teil mit dem Serotonin das vor den Hitzewallungen sinkt hat mich umgehauen. Das erklärt warum ich schon so lange Stimmungsprobleme hatte bevor die anderen Symptome kamen.